
In modernen Betriebsstrukturen brauchen auch An- und Ungelernte ein breites Kompetenzspektrum, müssen wechselnde Aufgaben beherrschen und flexibel einsetzbar sein. Gerade über diese Qualifikationen verfügen sie jedoch in vielen Fällen nicht. Aber Geringqualifizierte sind in der Lage den neuen betrieblichen Anforderungen gerecht zu werden – bei entsprechender Qualifizierung.
„Unsere Belegschaft muss flexibel einsetzbar sein. Das heißt jetzt nicht, dass wir nur noch Fachkräfte brauchen. Aber Anlernen wie bisher reicht einfach nicht mehr.“Der Ausbildungsleiter eines mittleren Automobilzulieferers:
„Wir werden in unserem Unternehmen die Produktionsabläufe neu gestalten. Damit fallen immer mehr einfache Tätigkeiten weg oder werden integriert. Wie können wir unsere An- und Ungelernten für höher qualifizierte Tätigkeiten fit machen? Welche Fördermöglichkeiten gibt es für berufliche Qualifizierung?“Stellvertretender Geschäftsführer der ARGE Fürth:
„Vielen unserer Kunden fehlt es an grundlegenden beruflichen Qualifikationen, die heute nötig sind, um auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft Fuß zu fassen. Wir denken deshalb darüber nach, zukünftig modulare, arbeitsintegrierte Qualifizierungen zu fördern.“
„Die Problemgruppe des Arbeitsmarktes!“ – dieses Urteil über Geringqualifizierte wird von vielen geteilt.
Aber stimmt das wirklich? „Vieles spricht dafür, dass diese Gruppe bei entsprechender Förderung dazu beitragen kann, gegebene oder erwartbare Lücken in den betrieblichen Fachkräftestrukturen zu schließen.“ Zu diesem Ergebnis kommt Lutz Galiläer im Abschlussbericht einer Bedarfsstudie zu diesem Thema. Den Abschlussbericht können Sie sich hier herunterladen (Download als PDF, 1336KB).
Und auf das Qualifizierungspotential Geringqualifizierter verweisen auch die Datenanalysen vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) siehe dazu den Artikel „
Geringqualifizierte – Modernisierungsverlierer oder Bildungsreserve?“ von Alexander Reinberg unter IAB online.
Auch An- und Ungelernte sollen selbstverantwortlich und kompetent arbeiten sowie flexibel einsetzbar sein. Für Personalverantwortliche im Unternehmen oder in einer ARGE stellt sich somit die Frage, wie durch maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen angelernte Beschäftigte oder arbeitslose junge Erwachsene ohne Ausbildung entsprechend weiterqualifiziert werden können. Klassische Qualifizierungsstrategien, die auf kurze Anlernzeiten setzen, reichen hier nicht aus.
In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Bildungsdienstleistern und anderen Akteuren beruflicher Weiterbildung wurden in den letzten Jahren im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte und Modellversuche des
Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verschiedene Ansätze zur beruflichen Nachqualifizierung entwickelt und erprobt. Diese Qualifizierungsmodelle zielen darauf ab, berufsrelevante Kompetenzen möglichst arbeitsplatznah und zugeschnitten auf den jeweiligen Betrieb zu vermitteln. Hierzu gehört auch das Konzept der modularen betriebsnahen Qualifizierung. Das Ziel dieses Konzepts ist es, Geringqualifizierte mit der Unterstützung von Bildungsdienstleistern möglichst betriebsnah zu qualifiziertem Fachpersonal weiterzuentwickeln, um hierdurch
Einen Überblick über Modellprojekte zur berufsbegleitenden Nachqualifizierung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) finden Sie unter
www.berufsabschluss.de
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