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Hilfsangebote nutzen

Gringqualifizierte können gute Betriebskenntnisse haben und dennoch Schwächen in grundlegenden Fertigkeiten aufweisen. Dies stellt ein möglicherweise ein ernstes Hindernis für den Erfolg einer Nachqualifizierung dar. Daher kann es sinnvoll sein vor Beginn der eigentlichen Qualifizierungsphase die fehlenden Kenntnisse gezielt zu vermitteln durch einen vorgeschalteten Lehrgang beim Bildungsdienstleister. Daneben unterstützen Bildungsdienstleister die Teilnehmer bei Bedarf durch begleitende Maßnahmen wie zum Beispiel individuellen Stützunterricht oder sozialpädagogische Betreuung der Teilnehmer.

Die Teilnehmerin einer modularen Nachqualifizierung in einem Großhandelsunternehmen berichtet:

„Vor Beginn der Qualifizierung besuchten wir beim Bildungsträger einen Vorschaltlehrgang. Wir wurden unterrichtet in Mathematik, vor allem in den Grundrechenarten, aber auch in Prozentrechnen und Zinsrechnung. Außerdem haben wir noch den Schriftverkehr am PC eingeübt und gelernt, wie ein PC funktioniert. Also mir hat das viel gebracht, ich hätte die Prüfung sonst wahrscheinlich nicht bestanden.“

Was vermittelt ein Vorschaltlehrgang?

Vorschaltlehrgänge haben die Aufgabe, den Teilnehmern die für die Nachqualifizierung erforderlichen Grundlagenkenntnisse zu vermitteln. Um die Lerninhalte möglichst genau auf die jeweils vorhandenen Bedürfnisse zuschneiden zu können, ermittelt der Bildungsdienstleister in Tests und Einzelgespräche mit den Teilnehmern Wissenslücken, die während der Qualifikation hinderlich sein könnten. Daneben kann der Vorschaltlehrgang als Testphase genutzt werden, in dem die Teilnehmer vor Beginn der eigentlichen Qualifizierungsphase prüfen, wie sie mit den Anforderungen des strukturierten Lernens zurechtkommen. Betreuer und Dozenten des Bildungsdienstleisters stützen und motivieren diejenigen, die sich weniger zutrauen, greifen Unsicherheiten und Probleme auf und helfen dabei, sich mit der neuen Rolle eines erwachsenen „Lehrlings“ auseinander zu setzen. Stellt sich in dieser Zeit heraus, dass die Schwierigkeiten nicht zu bewältigen sind, besteht so noch vor Beginn der Qualifizierung die Möglichkeit, sich gegen die Teilnahme zu entscheiden.

Welche sonstigen Hilfen sind möglich?

Um den Erfolg der Nachqualifizierung zu sichern, wird während der Qualifizierungsphase jeder Lernende von Pädagogen des Bildungsdienstleisters individuell betreut. Für manche liegt die Schulzeit lange zurück und häufig sind sie es nicht mehr gewöhnt, strukturell zu lernen. Möglicherweise gibt es in der Lerngruppe auch Schwierigkeiten, weil die Mitglieder unterschiedlich schnell lernen. Bildungsdienstleister unterstützen die Teilnehmer bei Bedarf durch begleitenden Maßnahmen, zum Beispiel durch Stützunterricht oder spezielle Prüfungsvorbereitung. Auch die Förderung von Teamarbeit, die Besprechung individueller Probleme oder eine Hilfestellung bei Konflikten kann wertvolle Dienste leisten.

Welche Werkzeuge und Informationen können dabei unterstützen?

  • Ein Beispiel dafür, wie der Stützunterricht bei einer Nachqualifikation zur Kauffrau / zum Kaufmann für Bürokommunikation durchgeführt wurde, Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster:finden Sie im Leitfaden (Download als PDF, 37KB).
    Krings, Ursula; Oberth, Christa; Zeller, Beate: Flexible Wege zum Berufsabschluss. Modulare Nachqualifizierung im Betrieb. Ein Leitfaden für die Praxis. Bertelsmann, Bielefeld 2001. Seite 94.
  • Ein Beispiel für den Inhalt eines Vorschaltlehrgangs zu einer Nachqualifikation zur Kauffrau / zum Kaufmann für Bürokommunikation Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster:finden Sie im Leitfaden (Download als PDF, 43KB).
    Krings, Ursula; Oberth, Christa; Zeller, Beate: Flexible Wege zum Berufsabschluss. Modulare Nachqualifizierung im Betrieb. Ein Leitfaden für die Praxis. Bertelsmann, Bielefeld 2001. Seite 55,56.